FICUS Studie
FICUS – Für Familien auf der Intensivstation
Ein Aufenthalt auf der Intensivstation betrifft nie nur die Patient:innen allein – auch Angehörige erleben Angst, Überforderung und emotionale Belastung. Gleichzeitig übernehmen sie wichtige Aufgaben: Sie begleiten, stützen und sind in Entscheidungsprozess stellvertretend eingebunden – oft ohne selbst Unterstützung zu erhalten.
Das FICUS-Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie Familien in dieser Ausnahmesituation umfassend durch die Pflege und das ganze Behandlungsteam begleitet werden können. Im Mittelpunkt steht ein neues, familienfokussiertes Versorgungsmodell, das durch speziell befähigte Pflegefachpersonen gemeinsam mit dem interprofessionellen Team auf der Intensivstation angeboten wird.
In vier miteinander verbundenen Studien wird dieses Modell umfassend untersucht:
Wirksamkeitsstudie:
Mit der Wirksamkeitsstudie wird geprüft, ob das neue Versorgungsmodell die Qualität der Betreuung (Zufriedenheit, Kommunikation, Unterstützung) durch das Behandlungsteam verbessert, die Belastung und negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Angehörigen reduziert und den Umgang der Familie mit der Situation stärkt.
Qualitative Evaluation mit Angehörigen:
Um zu verstehen, wie Familien das Versorgungsmodell erfahren, wurden sie mittels Interviews befragt. Ihre Erfahrungen und Perspektiven helfen, das Versorgungsmodell aus Sicht der Betroffenen zu verbessern und weiterzuentwickeln.
Implementierungsstudie mit Fachpersonen:
Diese mehrphasige Studie beleuchtet, wie das Modell in der Praxis umgesetzt werden kann, was seine Einführung erleichtert oder erschwert hat und was es in Zukunft brauchen wird, damit es nachhaltig im Alltag der Intensivstationen verankert werden kann.
Gesundheitsökonomische Evaluation:
Diese Analyse untersucht, ob sich das neue Versorgungsmodell auch wirtschaftlich lohnt – für das Gesundheitssystem, die Gesellschaft und die Familien selbst.
Gemeinsam geben diese vier Studien ein umfassendes Bild: Wie können wir Familien auf Intensivstationen gezielt, evidenzbasiert und partnerschaftlich begleiten – und welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen braucht es dafür?
Partner
Prüfpersonen
- Ursula Betschart, Klinik für Intensivmedizin, Kantonsspital St. Gallen, Schweiz
- Philipp Bühler, Zentrum für Intensivmedizin, Kantonsspital Winterthur, Schweiz
- Hanna Burkhalter, Departement Pflege und Fachsupport, Kantonsspital Graubünden, Chur, Schweiz
- Alexander Dullenkopf, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Kantonsspital Frauenfeld, Schweiz
- Antje Heise, Interdisziplinäre Intensivstation, Spital Thun, Schweiz
- Benjamin Hertler, Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Switzerland
- Marie-Madlen Jeitziner, Universitätsklinik für Intensivmedizin Inselspital, Universitätsspital Bern, Schweiz
- Yvonne Keller, Praxisentwicklung Pflege, Kantonsspital Baden, Schweiz
- Fabienne Lussmann, Zentrum für Intensivmedizin, Luzerner Kantonsspital, Schweiz
- Paola Massarotto, Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Schweiz
- Urs Pietsch, Operative Intensivmedizin, Kantonsspital St.Gallen, Schweiz
- Esther Siegrist, Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Schweiz
- Peter Steiger, Institut für Intensivmedizin, Universitätsspital Zürich, Schweiz
- Christoph von Dach, Direktion Pflege, Kantonsspital Olten, Schweiz
- Monique Wenzler, Institut für Anästhesie und Intensivmedizin, Klinik Hirslanden, Zürich, Schweiz
- Jan Wiegand, Intensivstation, Lindenhofspital Bern, Schweiz